JOHANNES PAUL II.
GENERALAUDIENZ
Mittwoch, 13. Dezember 2000
Liebe Schwestern und Brüder!
Unsere
Heimat ist im Himmel, schreibt der Apostel Paulus (vgl. Phil 3,20). Das heißt
aber nicht, daß wir nur passiv diesen Zustand abzuwarten hätten. Die
biblische Offenbarung wie auch die philosophische Weisheit wissen um die
Hinwendung der Menschheit auf das Unendliche und Ewige ebenso wie um die
irdische Gebundenheit des Geschaffenen in Raum und Zeit.
Der Mensch geht seinem göttlichen Ziel entgegen, indem er
sich auf einen irdischen Pilgerweg macht. Mann und Frau haben der Welt gegenüber
eine Aufgabe zu erfüllen, die sie Gott näherbringt. Sie sollen mit Weisheit
am Werk der Schöpfung teilnehmen. Die Gnade des Erlösers Jesus Christus
hilft den Gläubigen, sich für Friede, Fortschritt, Gerechtigkeit und
Solidarität einzusetzen. Dies führt zur Behebung von Armut und Erniedri-gung
jeder Art. Denn der einzelne Mensch ist und bleibt Bild und Gleichnis Gottes.
Wir sind eingeladen, zusammen mit dem Schöpfer die Erde
zu einem ‚Haus des Menschen’ so umzubauen, daß sie der Würde des
Menschen als Kind Gottes entspricht. Die politischen, kulturellen,
wirtschaftlichen und technologischen Strukturen bedürfen dazu der Beseelung
durch den Geist Gottes.
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Ich
begrüße alle, die aus den Ländern deutscher Sprache hier anwesend sind.
Gleichzeitig ermuntere ich euch, die Einladung des Schöpfers anzunehmen und
der Welt ein menschliches Antlitz zu geben. Dazu erteile ich euch und allen,
die mit uns über Radio Vatikan oder das Fernsehen verbunden sind, den
Apostolischen Segen.
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