JOHANNES PAUL II.
GENERALAUDIENZ
Mittwoch, 15. November 2000
Liebe Schwestern und Brüder!
Im Jubel des Heiligen Jahres dürfen
wir auch die Töne nicht überhören, die nachdenklich stimmen und uns zur
Einkehr mahnen.
Ich denke dabei an den ökumenischen
Dialog, besonders im Hinblick auf die Eucharistie. Ich bin mir bewußt: Nicht
wenige Jünger Christi, die verschiedenen Kirchen und kirchlichen
Gemeinschaften angehören, machen die schmerzliche Erfahrung, noch nicht
gemeinsam Gäste am Tisch des Wortes und der Eucharistie sein zu können.
Doch wer die sakramentale Kommunion
teilen will, muß auch in voller Gemeinschaft in der Lehre stehen. Wenn den
getrennten Christen die Teilnahme an der Eucharistie auch versagt bleibt, so
ist es doch möglich, in besonderen Fällen nach dem Ökumenischen Direktorium
einige Zeichen zu setzen, welche die schon bestehende Einheit ausdrücken und
das Ziel der vollen Gemeinschaft der Kirchen um den Tisch des Wortes und des
Leibes und Blutes Christi andeuten.
Jedenfalls ist die Last der Trennung
für uns Herausforderung und Provokation zugleich: Der Wunsch Christi, daß
alle eins sein mögen, soll uns anspornen, den Weg der Umkehr und der
Reinigung des Herzens einzuschlagen und entschieden voranzugehen.
*******
Diese eindringliche Bitte, sich um
die wahre Einheit der Christen zu mühen, lege ich allen deutschsprachigen
Pilgern und Besuchern ans Herz. Besonders heiße ich die Dillinger
Franziskanerinnen willkommen, die an dieser Audienz teilnehmen, ehe sie ihr
Haus in La Storta verlassen: Gott begleite Euren Neuanfang! Euch allen, Euren
lieben Angehörigen daheim und denen, die mit uns über Radio Vatikan und das
Fernsehen verbunden sind, erteile ich gern den Apostolischen Segen.
|