|
JOHANNES PAUL II.
GENERALAUDIENZ
Mittwoch, 19. November 1997
Liebe Schwestern und Brüder!
Das Jahr 2000 ist nahe. Deshalb halte ich es für nötig, die Katechesen am
Mittwoch Themen zu widmen, die uns helfen können, zum tieferen Sinn des Großen
Jubiläums vorzudringen.
Wir leben in der Zeit zwischen dem ersten Kommen des Erlösers im Fleisch und
seiner Wiederkunft in Herrlichkeit. Diese Periode stellt grundlegende Fragen:
Was ist die Zeit? Wo liegt ihr Ursprung? Was ist ihr Ziel?
Im Blick auf den Anfang der Welt können wir sagen: Als Gott das Universum
geschaffen hat, hat er auch die Zeit erschaffen. Die Zeit ist also ein Geschenk
Gottes. Jeder Tag ist für uns ein Geschenk seiner Liebe. Aber nicht nur als
Schöpfer der Welt ist Gott der Herr der Zeit, sondern auch dadurch, daß er die neue Schöpfung ins Leben gerufen hat - in Christus. Gott hat sein
Versprechen, die Menschheit zu heilen und zu erneuern, dadurch eingelöst, daß er
vor 2000 Jahren seinen Sohn in die Welt gesandt hat. Von daher bekommt das Große
Jubiläum seine besondere Perspektive. Es soll ein Fest der Erneuerung der
Menschheit und der Welt sein. Trotz der Schwierigkeiten und Leiden waren die
2000 Jahre, die hinter uns liegen, in erster Linie eine Zeit der Gnade.
Auch die Zukunft liegt in Gottes Hand. Denn die Zukunft des Menschen ist vor
allem die Zukunft Gottes. Wir dürfen an dieser Zukunft mitbauen. Aber Gott ist
und bleibt der Herr der Zeit. So sind wir gemeinsam unterwegs zum Großen
Jubiläum - auf dem Weg der Hoffnung.
******
Einen herzlichen Willkommensgruß richte ich an alle deutschsprachigen Pilger
und Besucher, die zu dieser Audienz gekommen sind. Besonders begrüße ich die
Gruppe von Matrosen des Segelschulschiffes "Gorch Fock", das in diesen Tagen bei
Civitavecchia vor Anker liegt. Euch allen und Euren Angehörigen zuhause sowie
den über Radio Vatikan und das Fernsehen mit uns verbundenen Gläubigen erteile
ich von Herzen den Apostolischen Segen.
© Copyright 1997 -
Libreria Editrice Vaticana
|